Selten ist eine Premier-League-Saison mit so viel neuen Gesichtern an der Seitenlinie gestartet: Ganze neun der 20 Klubs gehen mit einem neuen Cheftrainer in die Saison 2026/27. Pep Guardiola hat Manchester City nach einer Dekade verlassen, sein früherer Schützling Enzo Maresca kommt von Chelsea. Bei den "Blues" wiederum übernimmt mit Xabi Alonso ein Ex-Real-Madrid-Coach. Arne Slot musste beim FC Liverpool trotz Meistertitels 2024/25 nach einer enttäuschenden Spielzeit weichen, gekommen ist Andoni Iraola von Bournemouth. Und auch bei Newcastle United, Ipswich Town, Nottingham Forest, Crystal Palace, Fulham und Bournemouth heißen die Trainer diese Saison anders als noch im Frühjahr.
Sportlich hat der FC Arsenal als amtierender Meister – der erste Titel der "Gunners" seit 22 Jahren – die Favoritenrolle inne. Doch Manchester City, Liverpool, Chelsea und Manchester United, wollen den Thron zurückerobern. Dahinter kämpfen einige Teams um einen Startplatz in der Champions League, Europa League sowie in der Conference League. Im Abstiegskampf könnte es vor allem für die drei Aufsteiger aus der Championship – Ipswich, Hull City und Coventry – traditionell eng werden. Einigen Teams, die bereits letztes Jahr zittern mussten, könnte ebenfalls eine schwierige Saison bevorstehen. Los geht's am 21. August: Meister Arsenal empfängt Aufsteiger Coventry City im Emirates Stadium.
bwin hat sich vorab die Kader aller 20 Mannschaften angeschaut, analysiert und verrät im Detail, wer um den Meistertitel spielt, wer um Europa kämpft und für wen es gegen den Abstieg gehen könnte. Außerdem: Wer wird Torschützenkönig in der prestigereichsten Liga in Fußball-Europa? Alles Wissenswerte, kurz und kompakt, in unserer bwin-Preview.

Spielzeit: 35. Saison insgesamt
Saisonstart: 21.8.2026 (Arsenal – Coventry City)
Letzter Spieltag: 30.5.2027
Spieltage insgesamt: 38
Spiele insgesamt: 380
Mannschaften: 20
Aufsteiger aus der Championship: Hull City, Coventry City, Ipswich Town
Titelverteidiger: FC Arsenal London
Rekordmeister: FC Liverpool, Manchester United (je 20 Titel)

Arsenal ist Titelverteidiger und damit automatisch der Top-Favorit auf den Premier-League-Titel 2026/27. Zum ersten Mal seit 22 Jahren holten die "Gunners" unter Mikel Arteta wieder den englischen Meistertitel, nach drei Vizemeisterschaften in Serie endlich die Krönung.
Statt sich auszuruhen, hat der Klub den Kader punktuell verändert: Mit Leandro Trossard hat bisher nur ein Stammspieler aus der Meister-Saison den Verein verlassen. Zudem gingen Jakub Kiwior, der bereits verliehen war, und Christian Norgaard. Mit Königstransfer Bruno Guimarães haben die "Gunners" das ohnehin schon hochkarätig besetzte Mittelfeld noch einmal ordentlich verstärkt. Zudem kommt Christian Tzolis aus der Jupiler Pro League. Piero Hincapié wurde fix verpflichtet.
"Das Geschäft steht nie still. Unsere Konkurrenten verstärken ihre Kader, um uns herauszufordern", brachte es Co-Vorsitzender Josh Kroenke auf den Punkt. Arteta selbst warnte vor der steigenden Konkurrenz durch Liverpool, Chelsea und City: "Das Level steigt, darum müssen unsere Anforderungen ebenfalls steigen." Die direkte Titelverteidigung ist das erklärte Ziel. Auch in der Champions League hat Arsenal noch eine Rechnung offen. Mit dem 3:0-Sieg im Community Shield gegen Dauerrivale Manchester City setze Arsenal ein erstes Zeichen.

Nach zehn Jahren und sechs Meistertiteln endet die Ära Pep Guardiola bei Manchester City – der Spanier verließ den Klub im Sommer, nachdem man den Titel an Arsenal verloren hatte. Immerhin: Zum Abschluss gab's für den Ausnahme-Trainer das nationale Pokal-Double aus FA-Cup und EFL-Cup. Nachfolger ist ausgerechnet ein Guardiola-Schüler: Enzo Maresca, zuletzt bei Chelsea, übernimmt das Kommando im blauen Teil von Manchester.
Der Umbruch ist gewaltig: Mit Rodri, Bernardo Silva, Nathan Aké und John Stones verlassen mehrere langjährige Leistungsträger den Klub. Für frischen Wind soll unter anderem Rekord-Neuzugang Elliot Anderson (von Nottingham Forest) sorgen. Die Klasse im Kader der "Skyblues" ist weiterhin unbestritten. Die Frage lautet viel mehr: Gelingt Maresca der nahtlose Übergang oder braucht der Umbruch erst einmal Zeit?

Was für ein Turnaround: Manchester United rutschte unter Ruben Amorim zunächst weiter ab, ehe der Portugiese im Januar 2026 entlassen wurde. Interimscoach Michael Carrick führte die "Red Devils" daraufhin bis auf Platz drei und damit zurück in die Champions League – zum ersten Mal seit 2023/24. Der Erfolg wurde belohnt: Carrick ist jetzt Cheftrainer auf Dauer, ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag.
Im Sturm sollen Benjamin Sesko, Matheus Cunha und Bryan Mbeumo für Tore sorgen, im Mittelfeld verstärken Andrey Santos und Youri Tielemans. Bruno Fernandes ist und bleibt der Schlüsselspieler. Der Umbruch scheint zu greifen – erstmals seit Jahren herrscht in Old Trafford wieder vorsichtiger Optimismus. Kann Carrick den Aufwärtstrend bestätigen und United zurück an die Spitze führen?

Meister 2024/25, enttäuschende Saison 2025/26: Der FC Liverpool kam trotz Rekord-Investitionen in Florian Wirtz, Alexander Isak und Hugo Ekitike nie richtig in Fahrt. Am Ende reichte es nicht einmal ansatzweise für den Titelkampf. Die Konsequenz: Arne Slot musste gehen, mit Andoni Iraola kommt der Erfolgscoach von Bournemouth an die Anfield Road.
Die große Aufgabe für Iraola: aus den millionenschweren Neuzugängen des Vorjahres endlich eine funktionierende Offensive formen. Vor allem Isak (145 Mio. Euro Ablöse) und Wirtz (bis zu 150 Mio. Euro) müssen liefern, um die Fans nach einer durchwachsenen ersten Saison zu überzeugen. Mit Mo Salah, Ibrahima Konaté und Andy Robertson sind langjährige Stützen gegangen. Die Neuzugänge, Jérémy Jacquet (20), Víctor Muñoz (22) und Ronald Araujo (27) sind eine Investition in die Zukunft. Bringt Iraola die "Reds" zurück in die Erfolgsspur?

Nach dem Gewinn der Klub-WM 2025 verlief die Saison 2025/26 bei Chelsea turbulent: Enzo Maresca wurde bereits an Neujahr entlassen, Nachfolger Liam Rosenior hielt sich nur bis April – am Ende stand nur Rang zehn. Für 2026/27 hat der Klub mit Xabi Alonso, zuletzt bei Real Madrid, einen großen Namen verpflichtet.
Auf dem Transfermarkt schlugen die "Blues" wieder einmal ordentlich zu: Morgan Rogers kam für eine Vereinsrekord-Ablöse (138 Millionen Euro) von Aston Villa und zählt zu den Top-Transfers des Sommers, dazu Marco Palestra, Maxence Lacroix und einige weitere spannende Jungstars. Insgesamt stehen die "Blues" mit elf Neuzugängen mal wieder vor einem Neuanfang. Mit Topscorer João Pedro und frischem Trainer-Impuls soll die Rückkehr in die Erfolgsspur gelingen. Bringt Alonso endlich Konstanz an die Stamford Bridge?

Newcastle United verliert nach dem Isak-Abgang im Vorjahr nun auch noch Sandro Tonali, Bruno Guimarães und Anthony Gordon sowie mit Eddie Howe den langjährigen Erfolgstrainer – Nachfolger ist der bislang in der Premier League unerfahrene Matthias Jaissle (Ex-RB Salzburg). Ohne europäisches Geschäft in dieser Saison soll der Umbruch gelingen, Nick Woltemade möchte nach durchwachsenem Debütjahr in der Premier League durchstarten.
Aston Villa krönte die Vorsaison mit dem Gewinn der Europa League und der Qualifikation für die Champions League. Der große Wermutstropfen: Shootingstar Morgan Rogers wurde für eine Rekordsumme an Chelsea verkauft. Unai Emery baut mit Ollie Watkins und Co. weiter auf Kontinuität und will wieder ein Wörtchen um die Top-4 mitreden. Im Supercup gegen PSG (1:2) zeigte man eine beherzte Leistung.
Tottenham Hotspur erlebte 2025/26 ein wahres Chaos-Jahr: Thomas Frank wurde nach nur acht Monaten entlassen, Interimscoach Igor Tudor verlor prompt alle vier Spiele, ehe Roberto De Zerbi im März auf einen Fünfjahresvertrag verpflichtet wurde und mit Ach und Krach den Klassenerhalt sicherte. Nach der Rettungsaktion soll unter dem früheren Brighton-Coach nun wieder Stabilität einkehren und die Rückkehr nach Europa gelingen.

Brighton & Hove Albion bleibt unter dem erst 33-jährigen Fabian Hürzeler gefährlich, nach Platz acht in der Vorsaison träumt man erneut vom internationalen Geschäft. AFC Bournemouth verliert mit Iraola seinen Erfolgscoach an Liverpool, Nachfolger Marco Rose übernimmt eine Mannschaft, die 2025/26 mit Platz sechs zu den Überraschungen zählte und die starken Leistungen jetzt bestätigen muss.
Brentford setzt weiterhin auf seinen datengetriebenen Transferansatz, mit Stürmer Igor Thiago hat man einen echten Torschützenkönig-Kandidaten im Kader. Nottingham Forest durchlebte mit vier Trainern eine chaotische Vorsaison (16. Platz) – für Stabilität soll nun Oliver Glasner sorgen, frisch vom Erfolg mit Crystal Palace (FA Cup, Community Shield, Conference League). Everton unter David Moyes will die neue Heimat am Bramley-Moore Dock für zusätzlichen Schwung nutzen.

Fulham hat mit Álvaro Arbeloa (nach dem Abgang von Marco Silva) einen früheren Real-Madrid-Profi als Cheftrainer verpflichtet. Die Londoner stehen nach den Abgängen ihrer verlässlichsten Offensivkräfte (Harry Wilson, Raúl Jiménez) aber vor einer schwierigen Saison. Crystal Palace verlor seinen Erfolgscoach Oliver Glasner an Nottingham Forest und setzt nun auf den Franzosen Pierre Sage.
Leeds United hat sich in der Vorsaison als Aufsteiger im gesicherten Mittelfeld etabliert und will das bestätigen. Sunderland krönte sein Comeback unter Régis Le Bris mit einem spektakulären 2:1-Erfolg am letzten Spieltag gegen Chelsea – nach 53 Jahren ist der Klub damit sogar wieder international dabei. Die zweite Saison ist aber bekanntlich für Aufsteiger oft die Schwierigste.
Dazu kommen die drei Aufsteiger aus diesem Jahr: Coventry City kehrte unter Frank Lampard nach 25 Jahren als Championship-Meister zurück, Ipswich Town (jetzt unter Neu-Coach Gary O'Neil) schaffte den direkten Wiederaufstieg als Vizemeister, und Hull City unter Sergej Jakirović setzte sich in einem dramatischen Playoff-Finale vor 85.000 Zuschauern in Wembley durch. Für alle Drei gilt: Der Klassenerhalt wäre bereits ein riesiger Erfolg.

An Erling Haaland führt traditionell kein Weg vorbei – auch im Umbruchsjahr bei Manchester City bleibt der Norweger der verlässlichste Torgarant der Liga. In den letzten vier Saisons holte der 26-Jährige dreimal die Torjägerkanone nachhause.
Seine Herausforderer? Vielleicht Alexander Isak. Nach einer durchwachsenen ersten Saison, die auch geprägt von Verletzungen war, soll der Schwede endlich seine 145-Millionen-Ablöse rechtfertigen. Die Arsenal-Stürmer Viktor Gyökeres und Kai Havertz sind ebenfalls heiße Kandidaten.
Bei Brentford zählt Igor Thiago (22 Tore in der Saison 25/26) zu den Geheimtipps, Aston Villas Ollie Watkins und Chelseas João Pedro – bereits Vorjahres-Topscorer der "Blues" – komplettieren das Favoritenfeld auf die Torjägerkanone. Benjamin Sesko (Manchester United) und Antoine Semenyo (Manchester City) könnten für eine Überraschung sorgen.

Neun neue Trainer, ein Titelverteidiger unter Druck und gleich mehrere Klubs im radikalen Umbruch: Selten war der Ausgang einer Premier-League-Saison so offen wie 2026/27. Ob Arsenal seinen ersten Titel seit 22 Jahren verteidigt, Maresca City nahtlos übernimmt oder Iraola Liverpool zurück an die Spitze führt – spannend wird's von der ersten bis zur letzten Sekunde.
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