Harry Kane, Lamine Yamal, Lionel Messi, Erling Haaland, Kylian Mbappé, Michael Olise oder doch ein anderer Star von Paris Saint-Germain oder Spanien? Die Wahl zum Ballon d’Or 2026 verspricht Hochspannung. Historische Torzahlen, der WM-Triumph Spaniens und der erneute Erfolg von PSG in der Champions League liefern reichlich Stoff für eine der offensten Entscheidungen der vergangenen Jahre.
Am 26. Oktober 2026 wird erstmals im London Palladium der prestigeträchtigste individuelle Preis des Weltfußballs vergeben. 30 Spieler stehen auf der Shortlist. Doch wer hat die überzeugendsten Argumente für die goldene Trophäe?

Vergabe: 26. Oktober 2026
Ort: London Palladium, London
Shortlist: 30 nominierte Spieler
Titelverteidiger: Ousmane Dembélé
Rekordsieger: Lionel Messi (8)
Top-Favoriten: Harry Kane, Lamine Yamal, Michael Olise, Erling Haaland, Lionel Messi, Achraf Hakimi, Khvicha Kvaratskhelia, Fabián Ruiz, Ousmane Dembélé, Marc Cucurella
Harry Kane · Jude Bellingham · Pau Cubarsí · Marc Cucurella · Ousmane Dembélé · Luis Díaz · Bruno Fernandes · Gabriel · Erling Haaland · Achraf Hakimi · Khvicha Kvaratskhelia · Lamine Yamal · Sadio Mané · Marquinhos · Lautaro Martínez · Kylian Mbappé · Nuno Mendes · Lionel Messi · João Neves · Michael Olise · Willian Pacho · Julián Quiñones · Declan Rice · Rodri · Fabián Ruiz · William Saliba · Ferran Torres · Dayot Upamecano · Vinícius Júnior · Vitinha

Harry Kane gehört zu den prominentesten Namen im Rennen um den Ballon d’Or 2026. Der englische Nationalspieler ist beim FC Bayern München Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel und verbindet Abschlussstärke mit Spielübersicht und mannschaftsdienlicher Arbeit.
Der Engländer erzielte 2025/26 61 Tore in 51 Pflichtspielen für Bayern München, darunter 36 Treffer in der Bundesliga. Damit sicherte er sich zum zweiten Mal den Goldenen Schuh für den besten Torjäger Europas. Ein starkes Argument für den Ballon d’Or. Mit den Bayern gewann er neben der Bundesliga auch den DFB-Pokal. Bei der WM führte er England als Kapitän ins Halbfinale und steuerte auf dem Weg dorthin sechs Treffer bei.
Michael Olise hat sich als einer der technisch versiertesten Offensivspieler seiner Generation etabliert. Beim FC Bayern München bringt er Kreativität, Dribbelstärke und Torgefahr zusammen.
Der Franzose kam in 52 Pflichtspielen für Bayern auf 22 Tore und 26 Vorlagen. Damit war er einer der produktivsten Offensivspieler Europas. Besonders bemerkenswert: In der Champions League lieferte er sechs Assists. Bei der Weltmeisterschaft waren es sogar sieben Vorlagen.

Mit gerade einmal 19 Jahren gehört Lamine Yamal bereits zur absoluten Weltspitze. Der Offensivstar des FC Barcelona begeistert mit Dribblings, Kreativität und einer Spielübersicht, die in diesem Alter außergewöhnlich ist.
Yamal verbuchte 2025/26 für Barcelona 24 Tore und 17 Vorlagen in allen Wettbewerben. Mit 118 kreierten Chancen und 17 Assists führte er La Liga in beiden Kategorien an. Der WM-Titel mit Spanien stärkt seine Position zusätzlich. Yamal war Teil einer Mannschaft, die sich auf der größten Bühne des Fußballs durchsetzte. Gleichzeitig bringt er genau jene Mischung aus Spektakel und spielentscheidender Qualität mit, die bei einer individuellen Auszeichnung Eindruck hinterlassen kann.
Nach seinem zweiten Platz im Vorjahr ist die Frage deshalb berechtigt: Wird aus dem Ausnahmetalent jetzt der jüngste Superstar an der Spitze des Weltfußballs?

58 Treffer für Manchester City und Norwegen. Zum dritten Mal Torschützenkönig in der Premier League. Die Wikinger sensationell ins WM-Viertelfinale geschossen.
Erling Haaland hat einmal mehr gezeigt, warum er zu den gefährlichsten Angreifern der Welt gehört. Wenn es um reine Abschlussstärke geht, ist der Norweger nicht zu überbieten.
Bei einer Wahl wie dem Ballon d’Or zählen neben Toren auch Titel, entscheidende Auftritte und die Wahrnehmung einer kompletten Saison. Haaland besitzt die individuelle Klasse für den ganz großen Preis. Ob seine Erfolge (FA-Cup, EFL Cup) im Vergleich zu Kane, Yamal oder den PSG- bzw. Spanien-Stars ausreichen, bleibt die entscheidende Frage.

Lionel Messi hat den Ballon d’Or bereits achtmal gewonnen – Rekord. Mit 39 Jahren steht der Argentinier erneut auf der Shortlist und beweist, dass seine außergewöhnliche Karriere noch immer nicht an Strahlkraft verloren hat.
45 Tore und 30 Vorlagen in 49 Spielen in der MLS für Inter Miami und Argentinien unterstreichen seinen Einfluss. Hinzu kommt eine starke Weltmeisterschaft, bei der Argentinien bis ins Finale kam.
Ein neunter Triumph wäre eine Sensation. Allerdings ist die Konkurrenz stärker denn je, und die Leistungen im Vereinsfußball dürften bei der Entscheidung ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Messi ist deshalb ein Kandidat, den niemand ignorieren darf, auch wenn der Weg zur nächsten Trophäe steinig ist.

Kylian Mbappé lieferte für Real Madrid eine herausragende Saison 2025/26 ab. In 44 Pflichtspielen erzielte der Franzose 42 Tore. Mit 25 Treffern in 31 Ligaspielen gewann er zum zweiten Mal in Folge die Pichichi-Trophäe als bester Torschütze der spanischen Liga.
Auch in der Champions League war Mbappé mit 15 Toren der erfolgreichste Torschütze des Wettbewerbs. Bei der WM krönte er sich mit zehn Treffern nicht nur zum besten Torschützen des Turniers, sondern wurde sogar zum All-Time-Rekordhalter bei Weltmeisterschaften (22 Tore).
Seine beeindruckende Torquote macht ihn zu einem der stärksten Kandidaten für den Ballon d’Or 2026, auch wenn die Mannschaftstitel für den Franzosen ausblieben.

Paris Saint-Germain ist gleich mit der halben Mannschaft auf der Shortlist vertreten. Das unterstreicht, wie stark der europäische Spitzenklub seine Mannschaft aufgestellt hat. Besonders vier Namen stehen im Fokus.
Ousmane Dembélé: Der Titelverteidiger weiß, wie man den Ballon d’Or gewinnt. Mit Tempo, Dribblings und seiner Unberechenbarkeit bleibt er ein ernsthafter Kandidat.
Khvicha Kvaratskhelia: Der georgische Offensivspieler bringt Kreativität, Mut und enorme Dynamik mit. Seine Auftritte in der Champions League haben seinen Ruf als Unterschiedsspieler weiter gefestigt.
Achraf Hakimi: Der marokkanische Außenverteidiger verbindet defensive Stabilität mit gefährlichen Vorstößen. Dass ein Verteidiger den Ballon d’Or gewinnt, ist selten – Hakimis Einfluss auf das PSG-Spiel macht ihn dennoch zu einem ernsthaften Kandidaten.
Fabián Ruiz: Der spanische Mittelfeldspieler steht für Spielkontrolle, Übersicht und taktische Disziplin. Als Weltmeister bringt er zusätzlich einen der wichtigsten Titel der Saison mit.
Auch Vitinha, Nuno Mendes, João Neves, Marquinhos, Ferran Torres und Willian Pacho sind nominiert. Diese Breite ist ein starkes Zeichen für die Mannschaftsleistung des Champions-League-Siegers. Für den Einzelpreis könnte sie allerdings auch bedeuten, dass sich die Stimmen innerhalb des eigenen Teams verteilen.

Weltmeister Spanien ist auf der Shortlist des Ballon d’Or 2026 ebenfalls mit mehreren Spielern vertreten. Neben Top-Favorit Yamal und Fabian Ruiz stehen Pau Cubarsí, Rodri und Marc Cucurella für unterschiedliche Stärken – von defensiver Ruhe über Spielkontrolle bis hin zu offensiver Dynamik. Nach den Erfolgen des spanischen Fußballs richten sich die Blicke auch auf ihre individuellen Leistungen.
Pau Cubarsí: Der junge Innenverteidiger des FC Barcelona überzeugt mit Spielaufbau, Stellungsspiel und Ruhe am Ball. Trotz seines Alters übernimmt er bereits Verantwortung in der Defensive und gilt als eines der spannendsten Abwehrtalente Europas.
Rodri: Der Mittelfeldspieler ist für seine Spielkontrolle und taktische Übersicht bekannt. Er wurde bei der WM zum "Spieler des Turniers" gewählt und hat den Ballon d'Or bereits 2024 gewonnen.
Marc Cucurella: Der Außenverteidiger von Real Madrid bringt Intensität, Laufstärke und defensive Aggressivität mit. Gleichzeitig schaltet er sich regelmäßig in den Angriff ein und sorgt über seine Seite für zusätzliche Optionen.
Neben dem Männer-Ballon-d’Or werden in London zahlreiche weitere Auszeichnungen vergeben. Der Frauen-Ballon-d’Or ehrt die beste Spielerin des Jahres. Die Kopa-Trophäen zeichnen die besten Nachwuchsspielerinnen und -spieler unter 21 Jahren aus, während die Yashin-Trophäen an die besten Torhüterinnen und Torhüter gehen. Mit der Gerd-Müller-Trophäe werden die erfolgreichsten Torschützinnen und Torschützen ausgezeichnet. Dazu kommen die Johan-Cruyff-Trophäen für die besten Trainerinnen und Trainer sowie die Auszeichnungen für die besten Klubmannschaften des Jahres. Der Sócrates-Preis würdigt Fußballpersönlichkeiten, die sich besonders für soziale und humanitäre Projekte engagieren. Damit zeichnet die Ballon-d’Or-Gala nicht nur individuelle Klasse aus, sondern auch Nachwuchstalente, Trainerleistungen, Mannschaftserfolge und gesellschaftliches Engagement.
Der Ballon d’Or wurde 1956 vom französischen Fußballmagazin France Football ins Leben gerufen. Erster Gewinner war der Engländer Stanley Matthews. Ursprünglich war die Auszeichnung auf europäische Spieler beschränkt, später wurde sie international geöffnet.
Über die Jahrzehnte prägten Legenden wie Johan Cruyff, Michel Platini, Ronaldo Nazário und Zinedine Zidane die Geschichte des Preises. In der jüngeren Vergangenheit standen vor allem Lionel Messi und Cristiano Ronaldo im Mittelpunkt und machten den Wettbewerb zu einem der meistdiskutierten Themen im Weltfußball.
Seit 2018 wird außerdem ein eigener Ballon d’Or für Frauen vergeben. Die Auszeichnung würdigt damit auch herausragende Leistungen im Frauenfußball.
Eine internationale Jury aus Fußballjournalisten bewertet die nominierten Spieler. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Leistungen, der Erfolg mit Verein und Nationalmannschaft, entscheidende Auftritte sowie Fairplay. Deshalb ist nicht automatisch der Spieler mit den meisten Toren der Favorit: Auch Mittelfeldspieler und Verteidiger können mit ihrem Einfluss auf das Spiel überzeugen.
Der Ballon d’Or 2026 bietet einen spannenden Mix aus etablierten Weltstars und einer neuen Generation. Kane, Yamal, Olise und Haaland bringen unterschiedliche Argumente mit, während Messi und Rodri für außergewöhnliche Klasse und Spielverständnis stehen. PSG hofft mit Dembélé und mehreren weiteren nominierten Stars auf den nächsten Erfolg.
Die Gala am 26. Oktober in London markiert die 70. Ausgabe der prestigeträchtigen Auszeichnung. Am Ende entscheidet die Gesamtleistung im Bewertungszeitraum, wer sich in die Geschichte des Ballon d’Or einträgt.