Die Fußball-Weltmeisterschaft ist 96 Jahre alt und ihre Gewinner lassen sich immer noch an zwei Händen abzählen. Nur acht Länder haben bislang das Recht, sich Weltmeister zu nennen. Brasilien (5), Deutschland (4), Italien (4), Argentinien (3), Frankreich (2), Uruguay (2), England (1) und Spanien (1) haben sich die Titel bisher untereinander aufgeteilt.
Und daran dürfte sich 2026 kaum etwas ändern. Bis auf Italien, das die Qualifikation erneut verpasst hat, und Uruguay, das seine beiden Titel in den 1930er-Jahren holte, sind die üblichen Verdächtigen auch diesmal wieder im Favoritenkreis. Dazu gesellen sich Portugal als Europameister von 2016 und die Niederlande als dreifacher WM-Finalist. Hier kommen die acht Teams, die den Pott nach Hause tragen könnten.
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Bei den Weltmeister-Quoten von bwin ist Spanien konstant seit Monaten im Spitzenfeld zu finden. Und das ist kein Zufall.
Die Furia Roja ist amtierender Europameister und hat 2010 ihren bisher einzigen WM-Titel geholt. Um Lamine Yamal wächst gerade eine neue goldene Generation heran, flankiert von Jungstars wie Pedri, Nico Williams und Pau Cubarsí sowie erfahrenen Leadern wie Rodri, Fabián Ruiz und Marc Cucurella. Mit David Raya hat man zudem einen der besten Keeper der Welt zwischen den Pfosten.
Die Qualifikation lief makellos: sechs Spiele, fünf Siege, ein Unentschieden, 21:2 Tore. Der Kader ist jung, eingespielt und hat in dieser Konstellation unter der Anleitung von Coach Luis de la Fuente bereits Titel gewonnen. Vieles spricht für Spanien.

Kylian Mbappé, Michael Olise, Ousmane Dembelé, Désiré Doué, Rayan Cherki – und das war erst die Offensive. Mit einem Kaderwert von rund 1,5 Milliarden Euro stellt Frankreich das individuell wertvollste und qualitativ stärkste Aufgebot des Turniers.
Zweimal in Folge im WM-Finale (2018 Weltmeister, 2022 an Argentinien gescheitert) – die Qualität ist da, das war nie das Problem. Die Qualifikation verlief souverän. 5 Siege, 1 Unentschieden in 6 Spielen gegen die Ukraine, Island und Aserbaidschan.
Die Frage ist, ob Didier Deschamps es wieder schafft, die Superstars zu einem eingeschworenen Kollektiv zu vereinen. Wenn ja, ist Frankreich kaum zu schlagen.

Argentinien qualifizierte sich souverän als Erster der südamerikanischen Quali-Gruppe – zwölf Siege und zwei Unentschieden bei vier Niederlagen, mit 31 Treffern die stärkste Offensive der CONMEBOL-Qualifikation.
Lionel Scaloni führt das Team als Titelverteidiger in dieses Turnier – und mit ihm ein Kader voller Weltklassespieler: Julián Álvarez, Lautaro Martínez, Alexis Mac Allister, Rodrigo De Paul, Cristian Romero und Torhüter Emi Martínez.
Schwachpunkt: In der Tiefe, vor allem defensiv, ist die Albiceleste nicht ganz so breit aufgestellt wie die europäischen Top-Nationen. Ob Lionel Messi bei seiner letzten WM nochmal den entscheidenden Moment liefern kann? Man traut es ihm zu.

Der Rekordweltmeister Brasilien, hat schwere Jahre hinter sich: Viertelfinal-Aus bei der WM 2022 gegen Kroatien, Viertelfinal-Aus bei der Copa América 2024 gegen Uruguay. Dann eine Qualifikation, die lange mehr Krimi als Spaziergang war.
Dann kam Carlo Ancelotti – Europas erfolgreichster Klubtrainer soll die Seleção zurück zu altem Glanz führen. Die Quali klappte am Ende souverän, der Kader strotzt vor Qualität: Vinícius Júnior, Raphinha, Gabriel und Matheus Cunha sind nur eingie Namen.
Und: Neymar ist dabei – trotz der langen Verletzungshistorie und trotz der Diskussionen, die seine Nominierung begleiteten. Ob er noch der Unterschiedsspieler von einst ist, wird das Turnier zeigen.

Wie die Brasilianer kämpfte auch Deutschland mit einer durchwachsenen Qualifikationsphase. Nach der Auftaktniederlage gegen die Slowakei qualifizierte man sich am Ende dennoch souverän und konnte die Euphorie der Heim-EM 2024 (Viertelfinale) wieder ein wenig entfachen.
Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt auf eine Mischung aus erfahrenen Führungsspielern wie Kapitän Joshua Kimmich und Rückkehrer Manuel Neuer sowie aufstrebenden Talenten, darunter das Stürmer-Trio Kai Havertz, Nick Woltemade und Deniz Undav. Jamal Musiala und Florian Wirtz stechen individuell auf einem starken Kollektiv heraus.
Im Vergleich zu Spanien und Frankreich fehlt es in der Dichte an absoluten Weltklasse-Spielern. Es wird Zeit für Deutschland, wieder einmal seinem Ruf als Turniermannschaft gerecht zu werden.

England-Trainer Thomas Tuchel sorgte mit seinem Kader für reichlich Gesprächsstoff: Cole Palmer, Phil Foden, Harry Maguire und Trent Alexander-Arnold blieben zu Hause. Stattdessen überraschte Tuchel mit der Nominierung von Ivan Toney, der seit zwei Jahren in Saudi-Arabien spielt.
Harry Kane, Declan Rice und Jude Bellingham führen das Team an, die Spielweise ist unter Tuchel bisher eher kompakt als spektakulär.
Die Three Lions lechzen seit 1966 nach einem großen Titel, doch ob dieser WM-Kader die Erwartungen erfüllen kann, darf bezweifelt werden.

Cristiano Ronaldo bei seiner (wirklich letzten?) WM – aber diesmal ist der Kader von Portugal stark genug, um nicht allein von CR7 abhängig zu sein.
Bruno Fernandes, Rafael Leão, Vitinha, João Neves, Nuno Mendes, Rúben Dias – Portugal hat einen der tiefsten und talentiertesten Kader des Turniers.
Als Europameister von 2016 hat die Seleção Portuguesa de Futebol bewiesen, dass man Titel gewinnen kann. Das Problem: Bei WMs kam man noch nie über das Halbfinale hinaus – zuletzt 2006 unter Scolari mit Rang drei. Vielleicht ist 2026 endlich das Jahr.

Keine Nation, die noch keinen WM-Titel geholt hat, hat so viele WM-Finals verloren wie die Niederlande – drei an der Zahl (1974, 1978, 2010).
Auch diesmal kommen die Oranje wieder mit einem soliden Kader: Virgil van Dijk, Denzel Dumfries, Matthijs De Ligt, Ryan Gravenberch und Frenkie de Jong bilden ein starkes Gerüst im Defensiv- und Mittelfeld-Bereich.
Vorne wird's etwas dünn: Vor allem, weil Xavi Simons mit einem Kreuzbandriss fehlt. Ob es diesmal für den ersten Stern reicht?

Belgien: Thibaut Courtois (34), Kevin De Bruyne (34), Romelu Lukaku (33) und Axel Witsel (37) – Belgiens goldene Generation ist in ihren letzten Zügen. Dazu gesellen sich Premier-League-Kräfte wie Jeremy Doku, Leandro Trossard, Amadou Onana und Youri Tielemans. Der Kader hat noch immer Klasse, aber die Zeit läuft ab. Spätestens nach diesem Turnier ist der Umbruch nicht mehr aufzuschieben. Ein letztes Mal die Chance auf das, was dieser Generation stets verwehrt blieb.
Norwegen: Die Wikinger kehren nach 28 Jahren WM-Pause zurück und das mit der wohl besten Generation der eigenen Verbandsgeschichte. Erling Haaland erzielte in der Qualifikation 16 Treffer – ein geteilter europäischer Rekord – und gilt als gefährlichster Stürmer des gesamten Turniers. Dazu kommen Martin Ødegaard, Antonio Nusa sowie Alexander Sørloth. Die Norweger haben die Offensive, um jeden schlagen zu können und das Gruppenspiel gegen Frankreich mit Haaland gegen Mbappé dürfte eines meisterwarteten Duelle der Vorrunde werden.
Marokko: Die Nordafrikaner gehen mit den frischen Erinnerungen an den sensationellen Halbfinaleinzug von 2022 in dieses Turnier. Damals wurden unter anderem Spanien und Portugal aus dem Wettbewerb geworfen. Die Atlaslöwen stehen aktuell auf Platz 8 der FIFA-Weltrangliste und haben mit Achraf Hakimi und Sofyan Amrabat einen eingespielten Kern. Einen Weltmeister aus Afrika gab es noch nie, aber Marokko ist aktuell das Team, das dieser Sensation am nächsten kommen könnte.
Kolumbien: Die Südamerikaner sind nach acht Jahren WM-Pause zurück und bringen einen Kader mit, der 2024 bis ins Copa-América-Finale marschiert ist. Das Duo Luis Díaz und James Rodríguez formt das Herzstück dieser Mannschaft – Díaz (Bayern München) als explosiver Unterschiedsspieler, James bei seiner wohl letzten WM als Spielgestalter mit Erfahrung und Klasse. Kein Titelfavorit, aber ein Team, das jeden in der K.o.-Runde aus dem Turnier schießen kann.

Diese WM hat alles, was ein großes Turnier braucht: letzte Tänze (Messi, Ronaldo und Co.), hungrige Youngster (Yamal, Doué, Cherki), und ein Format mit 48 Teams, das mehr Raum für Überraschungen lässt als je zuvor.
Auf dem Papier deutet vieles auf ein Finale zwischen Spanien und Frankreich hin. Ein eingespieltes Kollektiv mit einer goldenen Generation auf dem Zenit gegen den individuell stärksten Kader der Welt. Was für ein Endspiel das wäre.
Aber der Fußball ist bekanntlich eine Wundertüte und spätestens seit dem Halbfinaleinzug Marokkos 2022 wissen wir: Die WM schreibt ihre eigene Geschichte. Jetzt bei bwin auf deinen Favoriten tippen und live mitfiebern!