Das große Finale der WM 2026 steht vor der Tür: Zwei Fußball-Großmächte, zwei völlig unterschiedliche Spielphilosophien, ein gemeinsames Ziel: den WM-Pokal in die Höhe stemmen. Spanien will mit dominantem Ballbesitz, spielerischer Klasse und einer neuen Generation um Lamine Yamal den zweiten Weltmeistertitel feiern. Argentinien setzt dagegen auf Erfahrung, Mentalität und einen Lionel Messi, der auch mit 39 Jahren jederzeit den Unterschied machen kann.
Doch welches Team ist auf den einzelnen Positionen tatsächlich besser besetzt? Wir vergleichen beide Mannschaften Spieler für Spieler, vergeben Punkte und küren am Ende den Favoriten im großen bwin-Kadercheck.
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Anpfiff | Sonntag, 19. Juli 2026, 21:00 Uhr (MESZ) |
|---|---|
Schiedsrichter | Slavko Vinčić (SLO) |
Spielort | MetLife Stadium, East Rutherford (New York/New Jersey) |
Übertragung | Free-TV im ZDF, Stream via ZDFmediathek und MagentaTV |

Beide Mannschaften sind auf der Torhüter-Position exzellent besetzt.
Mit Unai Simón steht bei Spanien der statistisch gesehen beste Turnier-Torwart zwischen den Pfosten. Der Schlussmann von LaLiga-Klub Athletic Bilbao hat in sieben Spielen erst einen Gegentreffer hinnehmen müssen. Bis zum 2:1 gegen Belgien im Viertelfinale blieb er WM-übergreifend 649 Minuten unbezwungen und stellte einen neuen Rekord auf. Am Ball ist der Spanier etwas stärker und passt perfekt in das spanische Aufbauspiel.
Im Eins-gegen-eins und in Drucksituationen besitzt jedoch Emiliano Martínez die größere Aura. Der Premier-League-Keeper (Aston Villa) gehört spätestens seit der WM 2022 zur internationalen Spitze. Der 33-Jährige ist nicht nur ein überragender Elfmeterkiller, sondern strahlt enorme Ruhe aus und liefert regelmäßig in den größten Spielen ab. 2023 und 2024 wurde Martínez zum Welttorhüter gewählt.
Diese Erfahrungen auf der größten Bühne der Welt fehlen Simón, daher Vorteil: Argentinien.
Punkte gesamt: Argentinien 1:0 Spanien

Marc Cucurella hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Aggressiv im Pressing, laufstark und offensiv deutlich gefährlicher als noch vor einigen Jahren. Bei der WM 2026 hat er schon drei Tore vorbereitet. Nicht umsonst wechselt der 27-Jährige für 55 Millionen Euro zu Real Madrid.
Nicolas Tagliafico (Olympique Lyon, Ligue 1) auf der anderen Seite bringt viel Erfahrung und Zweikampfstärke mit, ist defensiv äußerst zuverlässig und kennt die großen Turniere. Im modernen Offensivspiel bietet Cucurella allerdings etwas mehr, daher Vorteil: Spanien
Punkte gesamt: Argentinien 1:1 Spanien
Lisandro Martínez zählt trotz seiner Körpergröße (1,75m) zu den kompromisslosesten Innenverteidigern der Welt. Zweikampfstark, aggressiv und mit hervorragendem Spielaufbau.
Aymeric Laporte überzeugt ebenfalls mit sauberem Passspiel und Ruhe am Ball, ist mit seinen 32 Jahren jedoch nicht mehr ganz so dynamisch und kompromisslos, daher Vorteil: Argentinien
Punkte gesamt: Argentinien 2:1 Spanien

Cristian Romero ist einer der komplettesten Innenverteidiger weltweit. Aggressiv, torgefährlich (erzielte den wichtigen 1:2-Anschlusstreffer gegen Ägypten) und mit jeder Menge Erfahrung in Topspielen. Er bringt zudem Leaderqualitäten mit. Einziges Manko: Der heißblütige Tottenham-Verteidiger ist oftmals stark rotgefährdet. Neun Platzverweise kassierte er in seiner Vereinskarriere bereits.
Pau Cubarsí (19) gilt als eines der größten Defensiv-Talente Europas. Sein Stellungsspiel und seine Übersicht sind außergewöhnlich. Bei dieser WM verpasste er noch keine Minute und zeigte trotz seines Alters keine Spur von Nervosität, daher, Vorteil: Spanien
Punkte gesamt: Argentinien 2:2 Spanien
Pedro Porro interpretiert die Rolle als Rechtsverteidiger extrem offensiv und ist so etwas wie die Turnierentdeckung im spanischen Team. Der 26-Jährige sorgt regelmäßig für Gefahr über die rechte Seite und erzielte gegen Österreich und Frankreich seine ersten beiden Treffer für die Nationalmmanschaft – just im wichtigsten Moment.
Nahuel Molina (Atlético Madrid) arbeitet defensiv zuverlässiger und kennt die Abläufe im argentinischen System perfekt. Insgesamt bringt Porro aber etwas mehr individuelle Qualität mit, daher Vorteil: Spanien
Punkte gesamt: Argentinien 2:3 Spanien
Hier fällt der direkte Vergleich schon schwerer, da sich die Spielsysteme beider Mannschaften im Mittelfeld grundsätzlich unterschieden. Während Spanien auf ein 4-2-3-1 mit klassischen Flügelspielern setzt, steht bei den Argentiniern im 4-4-2 ein kompaktes Zentrum im Vordergrund.
Eigentlich spielt Alexis Mac Allister meist zentral, wird in diesem System aber auf dem Papier auf der linken Seite eingesetzt. Seine Übersicht, Technik und Spielintelligenz machen ihn zu einem der wichtigsten Akteure Argentiniens. Der Liverpool-Star ist zudem extrem kopfballstark und immer für ein Tor gut, wie bei seinem 1:0-Führungstreffer im Viertelfinale gegen die Schweiz.
Álex Baena (Atlético Madrid) überzeugt mit Kreativität, Tempo und starken Standards, konnte seine Fähigkeiten bei diesem Turnier allerdings nur selten zeigen. Lediglich ein Tor in der Gruppenphase gegen Uruguay und eine Vorlage gegen Österreich im Sechzehntelfinale stehen zu Buche. Er erreicht noch nicht das Niveau von Mac Allister, daher Vorteil: Argentinien
Punkte gesamt: Argentinien 3:3 Spanien
Rodri gilt für viele als der beste Sechser der Welt. Er kontrolliert das Tempo, gewinnt Zweikämpfe und eröffnet Angriffe nahezu fehlerfrei. Der 30-Jährige bringt reichlich Erfahrung auf der großen Fußball-Bühne mit, gilt als das Herzstück und der Taktgeber dieses spanischen Teams und ist immer für einen entscheidenden Treffer gut. Nach einem schwierigen Start ins Turnier ist er spätestens seit der K.o.-Phase voll angekommen.
Leandro Paredes, der einzige Spieler in der Startelf der in der heimischen Liga Profesional de Fútbol bei den Boca Juniors spielt, bringt Erfahrung und Aggressivität mit, kommt qualitativ aber nicht an Rodri heran, daher ganz klar, Vorteil: Spanien
Punkte gesamt: Argentinien 3:4 Spanien

Fabián Ruiz zählt erst seit dem Viertelfinale zum Stammpersonal von Luis de la Fuente. Eigentlich ist auf dieser Position Pedri gesetzt, eines der größten Mittelfeld-Talente der Welt. Der Barcelona-Star spielt allerdings eine schwache Weltmeisterschaft und muss wohl auch im Endspiel vorerst auf der Bank Platz nehmen. Ruiz gilt als ballsicher, torgefährlich und enorm laufstark. Beim 2:1-Sieg über Belgien im Viertelfinale erzielte er den wichtigen Führungstreffer. Interessant: Ruiz hat seit seinem Debüt 2019 49 Pflichtspiele für Spanien absolviert und dabei keines (!) verloren.
Enzo Fernández bringt auf der anderen Seite eine unglaubliche Dynamik, Pressingresistenz und Spielintelligenz mit. Der Chelsea-Star köpfte Argentinien im Achtelfinale gegen Ägypten in der Nachspielzeit zum 3:2-Sieg. Im Halbfinale gegen England leitete sein Distanz-Hammer zum 1:1 das Comeback ein. Enzo ist nach Messi wohl aktuell der wichtigste Mann im Aufgebot von Lionel Scaloni. Aufgrund seines Gesamtpakets ist die Sache hier klar: Vorteil: Argentinien
Punkte gesamt: Argentinien 4:4 Spanien

Die Position am rechten Flügel ist jene, bei der die argentinischen Fans wohl am gespanntesten auf die Aufstellung blicken werden. Sollte Argentinien, wie im Halbfinale mit Giuliano Simeone (Atlético Madrid) beginnen, bringt dieser Dynamik, Torgefahr und Dribbelstärke. Rodrigo De Paul (Inter Miami, MLS) wäre eher die Sicherheits-Variante mit seiner unglaublichen Präsenz und Zweikampfstärke. Der 28-Jährige, der scherzhaft oft als "Messi's Bodyguard" bezeichnet wird, stand bis aufs Halbfinale immer in der Startelf.
Was den direkten Vergleich in diesem Duell angeht, macht es aber keinen Unterschied für welchen Spieler sich Scaloni schlussendlich entscheidet. Lamine Yamal ist das größte Offensivtalent der Welt und der wertvollste Spieler der Welt (Marktwert: 200 Millionen Euro). Mit seinem Tempo, seiner Technik und seiner Kreativität kann er jede Defensive auseinandernehmen. Yamal ist DER Unterschiedspieler der Spanier, gilt als designierter Nachfolger von Lionel Messi bei Barcelona und begeistert die Fußball-Welt mit seinen 19 Jahren. Auch wenn er bei dieser WM erst einen Treffer und einen Assist verbuchen konnte ist die Sache hier klar, Vorteil: Spanien
Punkte gesamt: Argentinien 4:5 Spanien

Dani Olmo (FC Barcelona) spielt ein herausragendes Turnier! Er gilt als flexibel einsetzbar, torgefährlich und technisch hervorragend. Auch wenn er noch auf seinen ersten Turniertreffer wartet, war seine Vorlage zum 2:0 gegen Frankreich Gold wert.
Aber auf der anderen Seite steht Lionel Messi und somit erübrigt sich jegliche Diskussion. Auch wenn er nicht mehr jeden Sprint anzieht, entscheidet er Spiele in einem einzigen Moment. Acht Tore, vier Vorlagen, 39 Jahre. Tor oder Vorlage in jedem WM-Spiel. Noch Fragen? Vorteil: Argentinien
Punkte gesamt: Argentinien 5:5 Spanien
Mikel Oyarzabal ist einer der am meisten unterschätzten Stürmer im Weltfußball: Das hat er bei diesem Turnier eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Er arbeitet enorm viel für die Mannschaft, besitzt einen erstklassigen Abschluss und ist eiskalt vom Elfmeterpunkt.
Mit Julián Álvarez oder Lautaro Martínez verfügt Argentinien jedoch über zwei absolute Topstürmer. Beide sind schnell, gefährlich im Strafraum und zählen seit Jahren zu den Topstürmern Europas. Wer auch immer im Finale den Vorzug bekommen wird, hat die Nase gegenüber Oyarzabal knapp vorne, daher Vorteil: Argentinien
Punkte gesamt: Argentinien 6:5 Spanien
Auch in der Breite verfügen beide Nationen über enorme Qualität.
Spanien kann unter anderem Spieler wie Nico Williams, Gavi, Martin Zubimendi, Ferran Torres, Pedri oder Edeljoker Mikel Merino (2 Tore) bringen und damit seine Stars fast ohne Qualitätsverlust ersetzen. Lediglich in der Defensive ist man etwas dünner besetzt.
Argentinien hält mit Nicolás Otamendi, Thiago Almada oder Serie-A-Toptalent Nico Paz bzw. Ligue-1-Juwel Valentín Barco dagegen. Vor allem die Vielseitigkeit der Argentinier sorgt für zahlreiche taktische Optionen.
Insgesamt ist die Abhängigkeit von ihren Topstars bei "La Roja" aber etwas geringer, daher leichter Vorteil: Spanien
Punkte gesamt: Argentinien 6:6 Spanien

Luis de la Fuente hat Spanien seit seinem Amtsantritt 2023 innerhalb kurzer Zeit wieder zu einer weltweiten Spitzenmannschaft geformt und 2024 zum EM-Titel geführt. In 48 Spielen unter De La Fuente ging "La Roja" nur dreimal als Verlierer vom Platz. Seit unglaublichen 37 Partien hat Spanien nicht mehr nach regulärer Spielzeit verloren. Lediglich im Nations-League-Finale gegen Portugal 2025 zog man in diesem Zeitraum (nach Elfmeterschießen) den Kürzeren. Sein Ballbesitzfußball funktioniert hervorragend, er genießt ein hohes Ansehen und er entwickelt junge Spieler konsequent weiter.
Lionel Scaloni hat mit Argentinien bereits die Copa América und die Weltmeisterschaft gewonnen. Er versteht es wie kaum ein anderer Trainer, aus einer Mannschaft ein echtes Kollektiv zu formen und in K.-o.-Spielen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sein Punkteschnitt von 2,47 in 104 Spielen ist ähnlich gut, wie jener von De La Fuente, obwohl er fast doppelt so viele Spiele gecoacht hat.
Beide Trainer haben mit ihren Nationalmannschaften Außergewöhnliches geleistet und genießen in der Heimat längst Helden-Status, daher Unentschieden.
Endstand: Argentinien 7:7 Spanien
Der direkte Vergleich zeigt, wie eng dieses Traumfinale tatsächlich werden wird. Spanien besitzt mit Rodri, Lamine Yamal oder Cucurella auf mehreren Positionen die Nase vorn und überzeugt vor allem mit seiner spielerischen Klasse.
Argentinien punktet dagegen mit mehr Erfahrung, Mentalität und außergewöhnlicher Qualität in den entscheidenden Positionen – mit Enzo Fernandez, Emi Martinéz und natürlich Lionel Messi. Gerade in einem WM-Finale können genau diese Faktoren den Unterschied machen.
Auf dem Papier ist dieses Endspiel also tatsächlich völlig ausgeglichen. Treffen diese beiden Ausnahmeteams aufeinander, dürfte am Ende eine einzige Aktion über den neuen Weltmeister entscheiden.

Ehrlich gesagt: Wer am Sonntagabend nicht mitfiebert, verpasst einen der größten Sportmomente des Jahrzehnts. Ein WM-Finale ist immer besonders, aber dieses hier hat alles, was ein Endspiel braucht: eine Titelverteidigung mit Symbolkraft, eine neue Generation, die anklopft, und zwei Nationen, die sich nichts schenken werden. Ob Argentinien den nächsten Stern holt oder Spanien seine zweite Krone – über dieses Finale wird man in zwanzig Jahren noch sprechen.
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