Die üblichen Verdächtigen auf den Titel bei der Fußball-WM kennt jeder: Deutschland, Brasilien, Argentinien, Frankreich, Spanien, Portugal, England – sie stehen bei jeder Weltmeisterschaft auf der Liste der Favoriten, egal wie die Form ist, egal was die Quali hergab.
Auch die Niederlande und Belgien werden traditionell genannt. Und ja, Norwegen mit Haaland und Ødegaard klingt gefährlich, Marokko nach dem sensationellen WM-Halbfinale 2022 ebenfalls.
Aber wir wollen heute tiefer graben. Wir stellen euch fünf Teams vor, die in den meisten Gesprächen einfach noch nicht vorkommen – fünf echte Dark Horses, die in Nordamerika für gehörige Überraschungen sorgen könnten.
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Spricht man über Südamerika, fallen zwangsläufig die Namen der Topfavoriten: Brasilien, Argentinien. Manche denken vielleicht noch an den zweifachen Weltmeister Uruguay oder das traditionell starke Kolumbien.
Wer die Zahlen kennt, denkt anders. Ecuador schloss die CONMEBOL-Qualifikation auf dem zweiten Platz ab und das mit sage und schreibe nur fünf Gegentoren in 18 Spielen (8 Siege, 8 Unentschieden, 2 Niederlagen). Fünf Gegentore. In achtzehn Spielen. Das ist keine Zufallsstatistik, das ist Weltklasse-Defensivarbeit.
Verantwortlich dafür sind Namen, die bei Europas Topklubs längst Schlüsselrollen bekleiden: Pervis Estupiñán (AC Milan), Piero Hincapié (Arsenal), Moisés Caicedo (Chelsea), Willian Pacho (PSG) – ein Abwehrverbund auf absolutem Spitzenniveau.
Dazu kommen Resultate, die aufhorchen lassen: Argentinien wurde auf eigenem Platz besiegt, in neun WM-Vorbereitungsspielen gab es keine einzige Niederlage – darunter Unentschieden gegen die Niederlande und Marokko.
Ecuador ist nicht irgendein Mitläufer. Ecuador ist heiß. Es ist erst die fünfte WM-Teilnahme für das 18-Millionen-Einwohner-Land im Nordwesten Südamerikas. Gut möglich, dass das bisher beste Ergebnis (Achtelfinale 2006) getoppt wird.
Dafür muss zuerst die Gruppe E mit Deutschland, der Elfeinbeinküste und Curaçao positiv absolviert werden.
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Wenn von den Favoriten aus Afrika die Rede ist, fällt fast automatisch der Name Marokko. Verständlich. Das WM-Halbfinale 2022 hat die Welt begeistert, und die Löwen des Atlas gelten seither als die afrikanische Spitzennation schlechthin. Doch wer dabei den Senegal vergisst, macht einen Fehler.
Die Entwicklung der Löwen von Teranga ist schlichtweg beeindruckend. Im Afrika Cup 2026 lieferte man gegen Marokko im Finale eine starke Leistung ab – den Titel bekam man am Ende auf dem grünen Tisch aberkannt, auf dem Rasen siegte Senegal aber nach 120 Minuten mit 1:0. Ein Statement.
Die WM-Qualifikation? Makellos: zehn Spiele, sieben Siege, drei Unentschieden, null Niederlagen, nur drei Gegentore. Kein afrikanisches Team hat die Quali überzeugender abgeschlossen.
Der Kader ist gespickt mit Topstars im besten Fußballeralter: Iliman Ndiaye (Everton), Ismaila Sarr (Crystal Palace), Nicolas Jackson (Chelsea), Papa Gueye (Villareal) und viele mehr. Marktwert: Knapp 480 Millionen. Dazu Kapitän und Altstar Sadio Mané, der seiner Karriere noch einmal einen WM-Glanz geben möchte.
Senegal muss sich in der Todegruppe I mit Frankreich, Norwegen und dem Irak beweisen, ist dort aber keineswegs zu unterschätzen.
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Spätestens seit der Europameisterschaft 2024 ist klar: Mit der Türkei muss man wieder rechnen. Das Viertelfinale in Deutschland war kein Zufallsergebnis, sondern der Beweis, dass eine neue Generation herangewachsen ist, die Großes leisten kann.
Offensiv verfügt die Türkei über eine der aufregendsten Dreierreihen des gesamten Turniers: Kenan Yıldız (Juventus), Arda Güler (Real Madrid) und Can Uzun (Eintracht Frankfurt) – drei junge Wilde, die in der Serie A, LaLiga und in der Bundesliga regelmäßig aufzeigen. Dahinter sorgt Kapitän Hakan Çalhanoğlu als Mittelfeld-Motor für Stabilität und Struktur, während Merih Demiral die Abwehr als erfahrener Chef anführt.
Die Türkei war erst zweimal bei einer WM dabei: 1954 und 2002, als man sensationell Dritter wurde. Die WM-Qualifikation war diesmal nicht einfach. Nach Platz zwei in der Spanien-Gruppe mussten die Playoffs her. Doch Rumänien und Kosovo wurden jeweils mit 1:0 aus dem Weg geräumt. Knapp, aber effizient. Jetzt sind die Türken dabei und haben Lust auf mehr.
In Gruppe D trifft man zunächst auf Paraguay, Australien und Gastgeber USA.
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Als Gastgeber waren die USA automatisch qualifiziert. Die Erwartungen im eigenen Land sind alles andere als bescheiden. Mauricio Pochettino steht an der Seitenlinie, und der erfahrene Argentinier weiß, wie man Turniermannschaften formt. US-Sportfans sind Erfolg gewohnt, ob American Football, Basketball, Eishockey oder Baseball. Der Fußball soll in diesem Sommer nachziehen.
Der Kader macht Mut: Christian Pulisic als kreativer Kopf im offensiven Mittelfeld, Weston McKennie und Tyler Adams als Rückgrat im Zentrum, Folarin Balogun als Stoßspitze. Dazu Bundesliga-Erfahrung durch Giovanni Reyna, Joe Scally und Malik Tillman sowie Ex-Barca-Rechtsverteidiger Sergiño Dest in der Abwehr.
Die Gruppe D mit Paraguay, Australien und der Türkei ist ausgeglichen, aber machbar. Vor eigenem Publikum, in Los Angeles und Seattle, können die Stars and Stripes weit kommen. They believe that they can win.

Japan läuft traditionell unter dem Radar. Das könnte sich rächen. Die Bilanz der ersten Phase der asiatischen WM-Qualifikation: sechs Spiele, sechs Siege, 24:0 Tore. Zugegeben, die Gegner hießen Nordkorea, Syrien und Myanmar. Aber in der zweiten Phase, gegen Saudi-Arabien, Australien, Indonesien, China und Bahrain, blieb Japan ebenfalls nahezu makellos: sieben Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage in zehn Spielen.
Dann die Vorbereitung: sechs Siege in sechs Spielen, fünfmal in Folge ohne Gegentor. Und die Gegner? Brasilien wurde mit 3:2 besiegt, England mit 1:0. Das ist keine Schwächephase der Europäer, das ist Samurai Blue auf dem Vormarsch.
Spieler wie Hiroki Ito, Kaishu Sano und Ritsu Doan kennt die Bundesliga bestens, Stürmer Ayase Ueda liefert bei Feyenoord in der Eredivisie und in der Champions League bzw. Europa League seit Jahren Woche für Woche ab.
Die Gruppe F ist mit den Niederlanden, Tunesien und Schweden kein Spaziergang, aber wenn Japan erstmal im Turnier ist, wird es unangenehm. Sehr unangenehm.
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Ecuador, Senegal, Türkei, USA und Japan – fünf Teams, die in den großen Favoritendebatten oft nicht auftauchen. Dabei haben sie eines gemeinsam: Sie sind gut vorbereitet, haben Qualität im Kader und genug Motivation, um Giganten zu ärgern. Die WM 2026 wird in Nordamerika gespielt, die Außenseiter wittern ihre Chance. Wer nur auf die üblichen Verdächtigen setzt, könnte böse überrascht werden.
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