Wenn Ende August die Flutlichter im Arthur Ashe Stadium angehen, steht das ganze Tennis-Jahr noch einmal auf dem Spiel. Vom 30. August bis 13. September kämpfen in New York bei den US Open jeweils 128 Spieler und Spielerinnen im Einzel um satte 2.000 Weltranglistenpunkte, ein Rekordpreisgeld und vor allem um das letzte, prestigeträchtigste Grand-Slam-Turnier des Jahres.
Nirgendwo sonst ist die Stimmung so aufgeladen wie im größten Tennisstadion der Welt: 23.000 Fans, New Yorker Flair, Flugzeuge im Landeanflug auf den nahen JFK-Airport, Promis in der ersten Reihe – die US Open sind Tennis pur, aber auch Spektakel, Prestige und Party in einem.
Grund genug in unserer bwin-Preview vor dem Start einen Blick ins prall gefüllte Rekordbuch von Flushing Meadows zu werfen.


Zeitraum: 30. August bis 13. September 2026
Austragungsort: USTA Billie Jean King National Tennis Center, Flushing Meadows, New York
Center Court: Arthur Ashe Stadium (Kapazität: über 23.700 Plätze – das größte Tennisstadion der Welt)
Teilnehmerfeld: je 128 Spieler und Spielerinnen im Einzel-Hauptfeld
Weltranglistenpunkte für den Turniersieg: 2.000
Belag: Hartplatz
Titelverteidiger: Carlos Alcaraz bzw. Aryna Sabalenka
Rekordsieger (Open Era): Roger Federer, Jimmy Connors, Pete Sampras (je 5) bzw. Chris Evert, Serena Williams (je 6)

Bei den Herren teilen sich gleich drei Legenden den Status als Rekordsieger der Open Era (seit 1968): Jimmy Connors, Pete Sampras und Roger Federer gewannen je fünf Mal die US Open. Während Connors und Sampras ihre Titel über mehrere Jahre verteilt sammelten, gelang nur einem der drei das ganz große Kunststück: Roger Federer siegte zwischen 2004 und 2008 fünf Mal in Folge – eine Serie, die bis heute unerreicht ist.
Der erfolgreichste aktive Spieler ist Novak Djokovic mit vier Titeln. Der Serbe ist zugleich der älteste Champion der Open-Era-Geschichte: 2023 gewann er im Alter von 36 Jahren seinen bislang letzten US-Open-Titel und bewies damit, dass Erfahrung auf dem schnellen Hartplatz von Flushing Meadows durchaus zählt.
Bei den Damen ist die Spitze ebenfalls doppelt besetzt: Chris Evert und Serena Williams liegen mit je sechs Titeln gleichauf unangetastet voran, dahinter folgt eine Deutsche: Steffi Graf mit fünf Siegen. Evert gewann zwischen 1975 und 1978 sogar vier Mal in Folge – eine Dominanz, die die Konkurrenz jener Ära fast verzweifeln ließ.
Eine besondere Fußnote der Geschichte ist die Triple Crown: der Gewinn von Einzel, Doppel und Mixed bei einem Grand-Slam-Turnier im selben Jahr. In der Open Era gelang das bei den US Open bislang nur einer einzigen Spielerin – Martina Navratilova bei den US Open 1987. Unter den aktiven Spielerinnen führen Aryna Sabalenka und Naomi Osaka mit je zwei Einzeltiteln die Rangliste an. Beide wollen 2026 nachlegen.
Serena Williams schrieb bereits vor Turnierbeginn eine besondere Geschichte. Die US-amerikanische Tennis-Ikone feierte im Mixed-Doppel-Bewerb ein spektakuläres Comeback in Flushing Meadows. An der Seite von Carlos Alcaraz scheiterte sie jedoch im Viertelfinale an der Paarung Cobolli/Bencic.

Die US Open waren schon immer die Speerspitze, wenn es um Preisgeld im Tennis geht – bereits 1973 zahlte das Turnier als erstes Grand Slam Männern und Frauen gleich viel aus, eine historische Entscheidung, die maßgeblich von Billie Jean King vorangetrieben wurde. Diese Tradition setzt sich 2026 fort, und zwar mit einer neuen Rekordmarke: Insgesamt schüttet die USTA 108 Millionen US-Dollar an die Teilnehmer aus – eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem bereits rekordverdächtigen Vorjahr (90 Millionen) und satten 44 Prozent mehr als noch 2024 (75 Millionen). Damit sind die US Open mit weitem Abstand das bestdotierte Grand-Slam-Turnier der Welt – deutlich vor Wimbledon, den Australian Open und den French Open.
Die Sieger im Herren- und Dameneinzel dürfen sich über jeweils 5,5 Millionen US-Dollar freuen. Doch nicht nur an der Spitze wird kräftig aufgestockt: Selbst wer bereits in der ersten Runde ausscheidet, kassiert satte 140.000 US-Dollar, ein Plus von 27 Prozent gegenüber 2025. Diese Entwicklung ist bewusst gewählt, denn gerade für Spieler außerhalb der Top 100 sind frühe Ausscheiden oft existenzbedrohend – ein einziger guter Lauf in New York kann für sie karriereverändernd sein.
Der Trend der letzten Jahre zeigt aber auch: Der Anteil, den die Top-Stars am Gesamtkuchen erhalten, sinkt tendenziell – vor zehn Jahren kassierten die Einzelsieger noch 18,3 Prozent des gesamten Preisgeld-Topfs, 2026 sind es nur noch 12,9 Prozent. Das Preisgeld wird also breiter über das Teilnehmerfeld verteilt als je zuvor.

Nicht jeder Rekord bei den US Open hat mit Titeln zu tun. Manche erzählen einfach die verrücktesten Geschichten des Tennissports. Das längste Match der US-Open-Geschichte bestritten 2022 Dan Evans und Karen Chatschanow: Nach fünf Stunden und 35 Minuten setzte sich der Brite in einem dramatischen Fünfsatz-Krimi durch, nachdem er im letzten Satz bereits 0:4 zurücklag. Das komplette Gegenteil lieferte Ivan Lendl: 1987 gelang ihm als bislang einzigem Spieler in der Geschichte der US Open ein sogenannter Triple Bagel. In seinem Erstrundenmatch fertigte er den Südafrikaner Barry Moir mit 6:0, 6:0, 6:0 ab.
Was die Konstanz über die gesamte Turniergeschichte angeht, führt bei den Herren Jimmy Connors mit sage und schreibe 115 gespielten Matches bei den US Open – logische Folge seiner unglaublichen Erfolgsserie über fast ein Jahrzehnt. Allerdings: Novak Djokovic könnte ihn heuer mit einem Halbfinal-Einzug überholen. Der Serbe hält bei 110 Partien in New York.
Bei den Damen hält Serena Williams mit 123 Matches den entsprechenden Rekord. Auch bei den Siegen führen Connors (98) und Williams (108) die Ranglisten an. Die meisten Teilnahmen haben Connors (22) und Venus Williams (25) zu verzeichnen.

Auch aus deutschsprachiger Sicht hat New York einige denkwürdige Kapitel geschrieben. Der bislang einzige österreichische US-Open-Champion ist Dominic Thiem: 2020 gewann er nach einem epischen Fünfsatz-Krimi gegen Alexander Zverev seinen einzigen Grand-Slam-Titel – nach 0:2-Satzrückstand drehte Thiem das Match noch und schrieb damit österreichische Sportgeschichte.
Thomas Muster, Österreichs anderer großer Tennis-Held, gewann zwar 1995 die French Open, ein US-Open-Titel blieb ihm jedoch verwehrt. Die Viertelfinal-Teilnahmen 1993, 1994 und 1996 blieben das Höchste der Gefühle. Auch Barbara Schett hinterließ ihre Spuren in New York: Ihr größter Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier war das Viertelfinale bei den US Open 1999 – bis heute die beste Einzel-Bilanz einer Österreicherin bei diesem Turnier in der jüngeren Geschichte.
Auf deutscher Seite ist Boris Becker der einzige Titelträger im Herreneinzel: 1989 bezwang er im Finale Ivan Lendl und holte sich einen seiner insgesamt sechs Grand-Slam-Titel. Alexander Zverev und Michael Stich (1994 gegen Andre Agassi) standen jeweils kurz vor dem großen Triumph, kassierten im Finale aber bittere Niederlagen.
Bei den Damen ist Steffi Graf die erfolgreichste deutsche Spielerin überhaupt: Sie gewann die US Open fünfmal – 1988 sogar als Teil ihres historischen Golden Slam, dem bis heute einzigartigen Gewinn aller vier Majors plus Olympiagold im selben Kalenderjahr. 2016 triumphierte mit Anqelique Kerber noch eine zweite Deutsche am "Big Apple".

Bei den Herren rückt Alexander Zverev als aktuelle Nummer zwei der Welt und Topgesetzter (in Abwesenheit der verletzten Nummer eins, Jannik Sinner) ins Rampenlicht – nach seinem French-Open-Triumph 2026, seinem ersten Grand-Slam-Titel überhaupt, reist er als einer der ganz heißen Titelkandidaten nach New York und könnte als erster Deutscher seit Boris Becker 1989 die US Open gewinnen.
Großer Favorit bleibt aber Carlos Alcaraz, der nach überstandener Verletzungspause zurückkehrt und seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen will. Auch Novak Djokovic darf nicht abgeschrieben werden: Mit einem Sieg würde der Serbe seinen 25. Grand-Slam-Titel einfahren – ein Rekord für die Ewigkeit. Weitere Namen, die für Furore sorgen könnten: Taylor Fritz, der als bestplatzierter US-Amerikaner zuhause spielt, sowie Felix Auger-Aliassime, Ben Shelton und Ex-US-Open-Sieger Daniil Medvedev oder die Jungstars in Topform: Arthur Fils, Rafael Jodar oder Brandon Nakashima.
Bei den Damen führt Titelverteidigerin Aryna Sabalenka das Feld als Topgesetzte an – die Weltranglistenerste peilt in New York ihren dritten US-Open-Titel in Folge an. Ihre größte Herausforderin dürfte Iga Swiatek sein, die zuletzt mit starken Ergebnissen auf schnellem Belag aufhorchen ließ. Auch Coco Gauff, US-Open-Siegerin von 2023 und Publikumsliebling in eigenem Land, sowie Naomi Osaka, Jessica Pegula und die aufstrebende Mirra Andreeva zählen zum erweiterten Favoritenkreis.

Rekorde, Preisgeld-Rekorde und ein Teilnehmerfeld, das von Legenden-Jägern wie Djokovic bis zu Shootingstars wie Andreeva reicht – die US Open 2026 haben alle Zutaten für zwei unvergessliche Wochen unter Flutlicht in New York. Ob Zverev seinen Traum vom ersten deutschen US-Open-Titel seit Becker wahr macht, ob Sabalenka den nächsten Titel-Hattrick perfekt macht oder ob wieder alles anders kommt – spannender kann ein Grand-Slam-Finale des Jahres kaum sein.
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Wer hat die meisten US-Open-Titel im Einzel gewonnen?
Bei den Herren teilen sich Jimmy Connors, Pete Sampras und Roger Federer den Rekord mit je fünf Titeln. Bei den Damen liegen Chris Evert und Serena Williams mit je sechs Siegen vorn.
Wann finden die US Open 2026 statt?
Das Turnier läuft vom 30. August bis 13. September 2026 im USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows, New York.
Wie hoch ist das Preisgeld bei den US Open 2026?
Mit insgesamt 108 Millionen US-Dollar sind die US Open 2026 das mit Abstand bestdotierte Grand-Slam-Turnier der Geschichte. Die Einzelsieger erhalten je 5,5 Millionen US-Dollar.
Wer ist der einzige österreichische US-Open-Champion?
Dominic Thiem gewann 2020 im Finale gegen Alexander Zverev seinen einzigen Grand-Slam-Titel und ist bis heute der einzige österreichische Sieger in New York.
Wer sind die Top-Favoriten bei den US Open 2026?
Bei den Herren zählen Alexander Zverev, Carlos Alcaraz und Novak Djokovic zu den Top-Favoriten, bei den Damen Titelverteidigerin Aryna Sabalenka sowie Iga Swiatek und Coco Gauff.
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