Die Bubble-Phase im Pokerturnier meistern
Kurz vor den bezahlten Plätzen verändert sich jedes Turnier. Wer die Dynamik der Bubble versteht, trifft bessere Entscheidungen – ob mit großem, mittlerem oder kurzem Stack.

Als Bubble bezeichnet man die Phase eines Turniers, in der nur noch wenige Ausscheider bis zu den bezahlten Plätzen fehlen. Wer als Letzter vor dem Preisgeld ausscheidet, geht leer aus. Kein Wunder, dass viele Spieler in dieser Phase plötzlich deutlich vorsichtiger werden.
Warum sich das Spiel verändert
Solange die Preisränge weit entfernt sind, ist ein Chip ungefähr ein Chip. Kurz vor der Bubble ändert sich das: Wer ausscheidet, verliert die greifbare Aussicht auf eine Auszahlung, während ein gewonnener Pot vergleichsweise wenig zusätzlichen Wert bringt. Dieses Ungleichgewicht beschreibt das Independent Chip Model, und es macht knappe All-ins für die meisten Stacks unattraktiv. Für dich heißt das: Um einen All-in zu callen, brauchst du auf der Bubble eine deutlich stärkere Hand als in einer frühen Turnierphase.
Damit niemand durch absichtliches Verzögern profitiert, wird in vielen Turnieren in dieser Phase Hand für Hand gespielt: Alle Tische beginnen ihre Hände gleichzeitig.
Strategie nach Stackgröße
Großer Stack
Du bist in der komfortabelsten Lage. Viele Gegner wollen nicht gegen dich ausscheiden, also kannst du häufiger eröffnen und die Blinds stehlen – vor allem gegen mittlere Stacks. Übertreib es aber nicht: Wer jede Hand spielt, bekommt irgendwann Gegenwind von einer starken Hand.
Mittlerer Stack
Hier ist Zurückhaltung gefragt. Große Konfrontationen, besonders gegen größere Stacks, kosten dich mehr, als sie bringen. Setze eher auf Hände, mit denen du selbst die Initiative ergreifst, statt fremde All-ins zu callen. Achte außerdem darauf, wer nach dir handelt: Ein großer Stack zu deiner Linken macht jede Eröffnung riskanter.
Kurzer Stack
Mit wenigen Big Blinds kannst du nicht einfach abwarten, denn die Blinds laufen weiter. Suche aktiv nach guten Momenten für ein All-in, bevor dein Stack so klein ist, dass niemand mehr aussteigt. Ein All-in mit zehn Big Blinds setzt Gegner noch unter Druck, mit zwei oder drei Big Blinds wirst du dagegen fast immer gecallt.
Typische Fehler auf der Bubble
- Jede Hand folden, nur um knapp ins Geld zu kommen – auch wenn der eigene Stack dabei wegschmilzt.
- Mittelstarke Hände gegen All-ins so callen, als gäbe es die Bubble nicht.
- Die anderen Tische ignorieren: Wie viele kurze Stacks noch im Turnier sind, beeinflusst deine Entscheidungen.
- Satellites wie normale Turniere spielen – dort ist Überleben oft alles, weil alle Gewinner denselben Preis erhalten.
Auf der Bubble zählt Aufmerksamkeit mehr als Mut. Wer Stackgrößen und Gegner genau im Blick behält, trifft hier die besseren Entscheidungen.


